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Archive for the ‘Vorträge’ Category

Fünf Jahre lang reisten Michael Martin und Elke Wallner durch alle Wüsten der Erde. Sie kehrten mit einzigartigen Bildern und faszinierenden Geschichten von den dort lebenden Menschen zurück.

Die Episode Wüsten Asiens: Afghanistan


Fünf Jahre lang besuchte Michael Martin, Diplom Geograph und Fotograph, zusammen mit Kamerafrau Elke Wallner auf dem Motorrad die Wüsten der Erde. Afghanistan war ihre letzte Wüstenetappe in Asien, bevor es nach Australien ging und stellte eine der gefährlichsten dar. Um möglichst unauffällig zu reisen, lassen sie das Motorrad zurück und steigen um auf Taxis, Minibusse und LKWs um. Von Kabul aus erreichen sie so die legendären Seen von Band-i-Amir, die zerstörten Buddha Statuen von Bamyian und eine entlegene Smaragdmine im Panschir-Tal. Dort treffen sie auch auf die ehemaligen Leibwächter des ermordeten Generals Masud, der bis heute als Löwe des Panschir einen legendären Ruf besitzt.

Sehen Sie diesen beeindruckenden Film hier. Weitere Informationen unter www.michael-martin.de

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Wissenswertes über das Land am Hindu Kusch:

Um den schwierigen und bei vielen Experten umstrittenen Afghanistan-Einsatz zu verstehen, bedarf es eines geschichtlichen Hintergrunds der Entstehungsgeschichte Afghanistans. Diese erklärt, warum das Land rund um den Hindukusch so schwer “in den Griff” zu bekommen ist. In der jüngsten Vergangenheit lassen sich im 19. und 20. Jahrhundert fünf Grundzüge erkennen, die das Land bis heute bestimmen. Conrad Schetter , Dr. phil. und  wissenschaftlicher Mitarbeiter für Entwicklungsforschung in Bonn und Vorstandsmitglied der wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Afghanistan schreibt in seinem Buch “Kleine Geschichte Afghanistans” dazu:

1.
“Der raue abweisende Naturraum war immer eine ungünstige Vorraussetzung für die Etablierung von Herrschaft. Aufgrund der kargen landwirtschaftlichen Erträge war allein der Überlandhandel zwischen China, Indien und Persien eine prosperierende Wirtschaftsform. Alle Reiche, die sich in dieser Region heruasbildeten, waren daher stets bemüht, eine der drei umliegenden fruchtbaren Regionen (Khorassan, Punjab oder Transoxanien) einzuschließen, um wirtschaftlichen Überschuß zu erwirtschaften. Sobald ein Reich nur auf das heutige Gebiet von Afghanistan beschränkt war, reichten die Überschüsse aus der Landwirtschaft nicht aus, um eine dauerhafte Herrschaft abzusichern. Dies hatte zur Folge, dass seit dem 19. Jahrhundert jeder Herrscher von ausländischer Hilfe abhängig war, um sich an der Macht zu halten; im 19.Jahrhundert war es die finanzielle Unterstützung der Briten und im 20. Jahrhundert die finanzielle Entwicklungshlfe der USA, der Sowjetunion und Deutschlands. Seit 1957 stammten über 40 % der Staatseinnahmen von auswärts aus der Entwicklungszusammenarbeit.”

2.
“Der eklatante Gegensatz zwischen Stadt und Land. Die wenigen Städte bildeten die wesentlichen Stationen an den Karawanenwegen und waren Teil des kosmopolitischen handelsnetzwerkes der Seidenstraße, während die ländlichen Regionen sich weitgehend selbst überlassen blieben (…) Dieser Gegensatz wurde im 20. jahrhundert zur beherrschenden Konfliktlinie.”

3.
“Die afghanische Gesellschaft ist durch einen extremen Partikularismus gekennzeichnet. Dörfer, Talschaften, Clans, Stammesgruppen und religiöse Gemeinschaften stellen in Afghanistan die wichtigsten Identitäts- und Handlungsbezüge dar, auf denen Patronage- und Klientelsysteme aufbauten.. Einhergehend mit dieser Gesellschaftsstruktur konnten sich bis heute egalitäre Herrschaftsformen vielerorts erhalten. Hieraus folgt, dass gesellschaftliches Prestige und politische Hierarchien stets in Frage gestellt werden und stark umkämpft sind. In vielen Epochen der afghanischen Geschichte zerfielen politische Bündnisse wegen persönlicher Rivalitäten und wurden Thronstreitigkeiten zwischen den potentiellen Nachfolgern blutig ausgetragen. Bis auf zwei Herrscher (Dost Mohammad und Abdur Rahman) wurden alle machthaben in den letzten 200 Jahren entweder vertrieben oder starben eines unnatürlichen Todes.”

4.
“Die starke kulturelle Zerklüftung diente immer wieder der politischen Mobilisierung. Nicht allein in sparchlicher und ethnischer, sondern auch in religiöser Hinsicht bildet Afghanistan ein äußerst mannigfaltes Land. Diese kulturelle Vielfalt nutzen Herrscher und Politiker stets für ihre Interessen. Gerade im Prozess der Entwicklung zum Nationalstaat wurde dieses kulturelle Mosaik als besonderes Hindernis empfunden.”

5.
“Afghanistan hat immer wieder weltpolitische Geschichte geschrieben. Im 19., Jahrhundert bildete das Great Game in Afghanistan zwischen England und Russland den Höhepunkt des Zeitalters des Imperialismus. 1979 beendete die sowjetische Invasion in Afghnaistan die Entspannungspolitik des Kalten Krieges und leitete die sowjetische Besatzung den Zusammenbruch der Sowjetunion ein. Schließlich weisen die Spuren der vielfach betonten Zeitenwende des 11. Septembers 2001 nach Afghanistan. Diese Großereignisse, mit denen Afghanistan in Verbindung gebracht wird, stehen immer in einer dirrekten Verbindung zu ausländischer Einflussnahme. Häufig wurden Entscheidungen von enormer Tragweite für das Land in weit entfernten machtzentren wie London, Moskau und Washington getroffen. Daher lässt sich eine Geschichte Afghanistans kaum ohne Berücksichtigung ausländischer Interessen schreiben.

Diese fünf Grundzüge der afghanischen Geschichte traten wie in einem Brennglas gebündelt während des Afghanistankrieges zutage, der in den letzten zwei Dekaden tobte (…) Der extreme Partikularismus führte dazu, dass sich der Widerstand wie die afghanische Regierung in unzählige konkurriende Gruppierungen aufsplitterte. Das ethnische Konfliktpotential kam im Verlauf des Krieges zum Tragen, da die Regierung wie die Widerstandsparteien ethnische Spannungen für ihre Interessen ausnutzten, um Kämpfer zu mobilisieren.”

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Kurasch Moayad wusste, dass mindestens 60 Prozent seiner Polizeischüler in Afghanistan nicht schreiben und lesen können. Doch was ihn wirklich in der Ausbildungsklasse in Masar-i-Scharif erwartete, konnte sich der Beamte des Landeskriminalamtes in Hannover nicht vorstellen. „Wir haben es eigentlich mit zehnjährigen Kindern zu tun“, sagt der 38-Jährige. Viele der angehenden afghanischen Polizisten hätten Probleme, zu springen oder einfache Muster zu malen. Die Belastungsfähigkeit der Polizisten sei nicht besonders hoch, die Motorik schlecht trainiert. „Das hat eigentlich sonderpädagogisches Niveau“, meint der Deutsch-Perser, der erst Ende Januar aus dem Norden Afghanistans zurückkam. Rund 20 niedersächsische Beamten wurden bislang als Polizeiausbilder nach Afghanistan geschickt. Für den 38 Jahre alten LKA-Beamten Moayad scheint die Anstrengung ein besonderer Ansporn zu sein. Voller Enthusiasmus erzählen er und auch seine Kollegen Kathrin Pfeiffer und Stefan Habermann, dass sie jederzeit wieder zum Einsatz am Hindukusch bereit seien. „Die Afghanen sind dankbar für die Ausbildung“, sagt Habermann, der in der Krisenregion eng mit der heimischen Polizei zusammenarbeitete, sonst aber Polizist in Delmenhorst ist. „Die hängen an unseren Lippen, die wollen lernen, und wir Deutschen haben einen super Ruf“, berichtet auch LKA-Polizist Moayad. (mehr auf Welt.de)

Wenn Sie mehr Informationen über den Polizeiaufbau haben möchten, besuchen Sie am 11. Februar diesen Vortrag von Detlef Karioth…

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Wenn Sie Zeit haben, bitte nicht verpassen Informationen aus erster Hand. Kenne Delef Karioth persönlich (auch aus dem Einsatz) und er ist ein hervorragender Kenner des Landes.

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